Mischfonds als Ausweg aus der Krise?
Mischfonds als Ausweg aus der Krise?
In Anbetracht der Tatsache, dass der Aktienmarkt deutlich schwächelt, dass Geldanlagen aufgrund der Zinssenkung der EZB nun auch nicht gerade rentabel sind und dass der Finanzmarkt im Gesamten heftig nachgelassen hat, wollen viele Anleger auf Mischfonds zurückgreifen. Das vergangene Jahr zeigt diesen Trend deutlich: 2,4 Milliarden Euro wurden allein in 2008 in Mischfonds angelegt, wobei die langfristigen Mischfonds deutlich beliebter waren. Es scheint wirklich eine gute Sache zu sein: Rendite und Risiko werden gesund gemixt und heraus kommt der Mischfonds. Es könnte wirklich einfach sein, allerdings tauchen auch bei dieser Anlagemöglichkeit Herausforderungen auf; nur sehr wenige Anleger äußern sich glücklich über diese Mischfonds.
Man unterscheidet grob drei verschiedene Mischfonds: ‚Defensiv’ oder ‚Sicherheit’ nennen sich die konventionellen Varianten, die lediglich 30 Prozent Aktien enthalten dürfen. Die mittlere Stufe mit einem Aktienanteil zwischen 30 und 70 Prozent nennt sich ‚Balance’ oder ‚Flexibel’. Und bei Mischfonds mit einem Aktienanteil ab 70 Prozent und festverzinslichen Wertpapieren von höchstens 30 Prozent spricht man von ‚Aggressiv’ oder ‚Growth’ - die Namen klingen bereits gefährlich, das Risiko ist hier auch am höchsten.
Betrachtet man nun das Potenzial, welches theoretisch in Mischfonds liegt, mag man meinen, diese seien in Zeiten hektischer und unstrukturierter Finanzmärkte ideal: Man kann sich die Mischfonds zu oben erwähnten Anteilen so mixen, dass man den Fokus entweder auf Sicherheit oder auf Rendite legt. Mit einem 50:50 Anteil sollte vielleicht ein wirklich ausgewogener Mix entstehen? Weiter kann man sich doch immer noch aus den turbulenten Aktienmärkten zurückziehen und das Verhältnis entsprechend abändern. So gelinge es vielleicht, sich von Verlusten fernzuhalten. Und wenn man dann noch den richtigen Moment abzupassen weiß, an dem die Kurse wieder hochgehen werden, kann man sich die Hände in Erwartung attraktiver Gewinne reiben. Oder?
In der Theorie sieht alles etwas leichter aus. Wann ist denn der beste Zeitpunkt, aus dem Aktiengeschäft auszusteigen? Und wann, um wieder einzusteigen? 21,8 Prozent Verlust mussten Mischfonds 2008 hinnehmen, wie die BVI-Wertentwicklungsstatistik zeigt. Das bedeutet, betrachtet man die vergangenen drei Jahre miteinander, einen Komplett-Verlust von 5,5 Prozent bei Mischfonds! Es wird unbedingt dazu geraten, dass Mischfonds flexibel gehandhabt werden können. Weiter sollte das Management sich durch beste Qualität auszeichnen. Experten empfehlen dabei insbesondere den Mischfonds Carmignac Patrimoine. Dieser darf lediglich 20 Prozent Aktienquote aufweisen, wobei im Jahre 2008 vom Manager des Mischfonds, gleichzeitig auch Namensgeber, Edouard Carmignac das Verhältnis auf 80:20 herabgesetzt wurde. Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, konnte dieser Mischfonds durchschnittlich 9,9 Prozent Rendite erzielen.