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Börsenstimmung auf absolutem Nullpunkt

Die Börse - einst hoch gelobt, nun in einer Krise, wie die Stimmung der Anleger zeigt. Das letzte Mal, dass solch ein Negativ-Denken vorlag, war zu Beginn des Jahres 2003. Die Fondsgesellschaft Union Investment hat kürzlich die Ergebnisse einer Umfrage herausgegeben, die diese Meinung widerspiegelt. Hört man allerdings auf den Finanz- und Börsenexperten André Kostolany, kommt nach diesen Schmerzen das Geld. Schmerzen gab es schon zu Hauf - wann kommt das Geld?

Seit Jahresbeginn verlor der DAX etwa 15 Prozent, während das Vorjahr den DAX geradezu halbiert hat. Verständlich, dass Anleger unsicher sind. Allianz Global Investors rechnet zusammen: Seit 20 Monaten hält sich die Krise. Das entspricht dem Durchschnitt sämtlicher Wirtschaftskrisen, die seit 1875 aufgezeichnet und analysiert wurden. Ist das Ende abzusehen? Keiner weiß es zu sagen. Allerdings gibt es Anleger, die wieder kaufen - wenngleich sich Privatanleger noch nicht trauen, sondern professionelle Investoren. Risiken sind nicht angebracht, so die Privatanleger. Die Börse schreibt Verluste und verliert Anleger; 2008 haben sich 50 Prozent der privaten Aktionäre von der schwankenden Börse verabschiedet, sodass Deutschland nur noch knapp über 13 Prozent aller Bundesbürger zu den Börsenanlegern zählt.

Der Chef des Deutschen Aktieninstituts (DAI), Rüdiger von Rosen, spricht von einem ‚gravierenden Problem’. 10 bis 20 Jahre Geduld seien nötig, meint DAI. Mit langem Atem und der Treue zu seinen Wertpapieren seien Verluste aufzuholen und sechs bis neun Prozent Rendite zu erzielen. Das ergeben Berechnungen des DAI. Allerdings fällt es dem Privatanleger schwer, solche Zahlen zu glauben: Kaufte man 1998 Aktien, geht man mit plus / minus null raus. Wer nur ein Jahr später kaufte, machte bis heute etwa vier Prozent Verlust! Wer kauft, wenn die Preise boomen, wird Verluste in Kauf nehmen müssen; 1999 war das Jahr des Aktienmarktes, in dem jeder Aktionär für teures Geld Wertpapiere kaufte.

Eines wird deutlich: Betrachtet man Geldanlagen außerhalb der Börse, gibt es immer wieder Experten oder Verbraucherschützer, die kopfschüttelnd den Zeigefinder erheben und von diesen abraten. Bei der Börse kam dies trotz aller Verluste und trotz der Finanzkrise noch nicht vor. Der Sprecher der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Marco Cabras, erklärt, warum das so ist: ‚Die Aktie gibt es seit dem 17. Jahrhundert, sie ist immer wieder aufgestanden, hat sich verteuert und Menschen auf lange Sicht mit Renditen beglückt.’ Cabras empfiehlt weiter, man solle den Kopf hochhalten und nicht reagieren, wie die Masse es macht. Es müssen wieder Kursanstiege folgen; wer seinen Aktien die Treue hält, wird belohnt.

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